1. schönster Raum in unserem schönen Haus. Er hat als Veranstaltungsraum das gewisse Etwas – u.a. Bilder von allen Mitgliedern seit 1860 an der Wand oder verschiedene Wappen, Schilder usw.
2. Spezielle Veranstaltung, die meistens in der Kneipe (s.1.) statt findet. Jedes Semester feiern wir mindestens zwei Kneipen – eine kleinere zu Beginn des Semesters, um uns daran zu erinnern, dass wir ab sofort wieder in die Uni gehen können. Und eine große mittendrin, schön gemütlich im Rahmen eines ganzen Festwochenendes. Im Winter ist das das sog. Weihnachtswochenende, für viele das Highlight schlechthin, und im Sommer das Stiftungsfest – also unser Verbindungs-Geburtstag. Zu den größeren Kneipen zieht es viele unserer im Beruf stehenden Mitglieder, die oft aus der Ferne anreisen und sich das ganze Jahr schon darauf freuen, die alten Freunde mal wieder zu sehen. Der Ablauf ist eigentlich ganz einfach: ein paar Verbindungsliedchen singen oder zumindest den Text mitlesen, ein paar kühle Bier und nen kleinen Snack zwischendurch genießen und natürlich schnacken, schnacken, schnacken. Mit den damaligen Studienkollegen, mit den jungen Mitgliedern, die das Studium beginnen, oder auch mal mitm Schutzmann wenn’s zu laut war…
Unsere besondere Sportart, mit der man gut die Öffentlichkeit erschrecken kann. Ist ein bisschen anders als das normale Fechten – z.B. steht man in einem bestimmten, festen Abstand zueinander und ficht dann abwechselnd bestimmte Hiebe, die genau dann landen sollen, wenn der andere in Deckung ist. Hört sich wohl langweilig an, und deshalb versuchen wir das zweimal mit scharfen Klingen und etwas weniger Schutzausrüstung. Auf diese sog. Mensur bereiten wir uns gut vor und deshalb kommt es immer wieder mal vor, dass jemand das ganze auch noch überlebt. Als „schlagende Verbindung“ ficht jeder von uns zwei Mensuren – nicht wenigen macht diese Ausnahmeerfahrung aber dermaßen Spaß, dass sie sich noch längere Zeit damit vergnügen.
Das sind die Bezeichnungen für die Stati unserer Mitglieder. Irgendwann mal vom Storch gebracht, finden junge Studenten schließlich auf verschiedene Weise den Weg zu uns und wollen sich genauer anschauen, wie das so mit dem Corps läuft – oder vielleicht auch nicht läuft. Diese Kennenlernphase wird die „Fuchsenzeit“ genannt, unsere jüngsten Probemitglieder also „Füchse“. Wenn die Chemie stimmt kann man vollständiges Mitglied werden und ist zunächst „Aktiver“. Die Aktiven schmeißen den Laden hier in Karlsruhe, und sammeln wertvolle Erfahrungen während ihres Engagements. Gegen Ende des Studiums reduziert sich das ganze auf die Weitergabe dieser Erfahrungen, man wechselt in den Status des Inaktiven – in den Aufsichtsrat sozusagen. Wenn alles läuft: wunderbar, wenn nicht: einfach mal von den guten alten Zeiten erzählen, in denen alles besser war. Mit dem Berufseintritt schließlich wird man „Alter Herr“ und freut sich, hin und wieder mal was von den jungen zu hören und bei der einen oder anderen Gelegenheit die alten Studienfreunde wieder zu treffen. Mit unserem schönen Corpshaus als zentrale Anlaufstelle und Ort vieler Veranstaltungen, geht das nämlich ganz einfach - verglichen mit so manchen Abi-Jahrgangstreffen.
In der Vorlesungszeit meist alle drei Wochen stattfindende Sitzung, auf der wir kleinere und größere Angelegenheiten des Corps besprechen und entscheiden. Etwa die nächsten Veranstaltungen, unsere Klausuren und das normale vereinsmäßige Drumherum wie Protokolle, Wahlen, Kassenberichte usw. Mal sind Convente lustig, mal langweilig, mal ernst, fast immer aber lehrreich, denn Rhetorik, Teamarbeit und Präsentation lernt man eben am besten durch ständige Übung.
Unsere Variante einer Studentenverbindung gibt’s nicht nur einmal in Deutschland, sondern noch in zehn anderen Hochschulstädten in Deutschland. Die insgesamt ca. 50 Corps gehören dem sog. Dachverband des Weinheimer Senioren Convents (WSC) an. Er sorgt für eine gute Vernetzung der einzelnen Mitglieder und schmeißt einmal im Jahr eine riesige Sause, die sog. Weinheimtagung in Weinheim, zu der viele tausend Mitglieder aus allen Regionen anreisen. In Karlsruhe gibt’s noch drei andere Corps, deshalb werden die Corps an einem Hochschulort nochmal in sog. SC, Senioren Convente, unterteilt. Zusammen mit den anderen Karlsruher Corps organisieren wir z.B. die jährliche Verleihung des Hermann Billing Preises.
Bei diesen beiden SC-Veranstaltungen treffen sich die Mitglieder der vier Corps in Karlsruhe. Bei der Fuchsenhocke lernen sich die ganz neuen Mitglieder kennen, bei der Chargenbowle treffen sich die Vorstände der Corps und überlegen sich, was im kommenden Semester so alles ansteht.