Geschichte und Entstehung der Corps

Vor 1800

Im 18. Jahrhundert war das Universitätsleben von losen Zusammenschlüssen der Studenten geprägt, die sich als Landsmannschaften bezeichneten. Im Gegensatz zu den daraus entstandenen Verbindungsformen waren diese Zusammenschlüsse kein „Lebensbund“, sondern auf die Dauer des Studiums beschränkt. Zur Zeit der Jahrhundertwende kam die persönliche Erziehung des Einzelnen durch die Gemeinschaft als Hauptziel der losen Bunde hinzu, was zu einem stärkeren Zusammenhalt der Mitglieder untereinander führte; dies hatte dann auch über das Studium hinaus Bestand.

Frisia gründete sich 1860 in Zürich als Landsmannschaft Teutonia

Frisia gründete sich 1860 in Zürich als Landsmannschaft Teutonia

Nach 1800

Dieser neue Ansatz führte zur Gründung mehrerer Vereinigungen mit dem so genannten „Lebensbundprinzip“ als Grundlage. Dies ist bis heute der Grundgedanke einer jeden Verbindung. Die ersten Zusammenschlüsse dieser Art bildeten in den jeweiligen Städten zu Beginn des 19. Jahrhunderts so genannte Seniorenconvente, auf denen die Vorsitzenden über gemeinsame Werte, Verhaltensregeln und Denkansätze der Studenten beratschlagten. Ziel war es hierbei, eine gemeinsame Position zu bilden und diese gegebenenfalls machtvoll gegenüber der Universität vertreten zu können. Als sich kurze Zeit später der Gedanke der Burschenschaften mit dem Ziel einer einheitlichen Verbindung für ganz Deutschland ausbreitete, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen diesen Burschenschaften und den bestehenden Verbindungen, welche sich darauf, als ein Zeichen der Ablehnung gegenüber den stark rechten Burschenschaften, abgrenzend als Corps bezeichneten.

Spätes 19. Jahrhundert

Da sie sich im Zugzwang sahen, fingen in den folgenden Jahrzehnten auch die Corps an, sich überregional zu organisieren, wobei an den Seniorenconventen immer noch festgehalten wurde. So entstanden der Kösener Senioren-Convents-Verband und etwas später der Weinheimer Senioren-Convent, der gegenüber seinem älteren Bruder eine Vertretung für alle Städte mit Technischen Hochschulen stellte. Nach seiner Gründung 1863 durchlebte und überlebte der WSC sowohl die Kaiserzeit, die Weimarer Republik, zwei Weltkriege und den Nationalsozialismus. Jede Zeit prägte so auch die Charaktere einer Generation Corpsstudenten, die aber durch die lose überregionale Vereinigung nicht allgemeingültig beschrieben werden kann. Das immer noch erhaltene Grundprinzip ist hierbei die politische Freiheit eines jeden Mitglieds, was sich aus dem Konflikt mit den Burschenschaften und der daraus resultierenden Gegenposition begründete und noch heute gelebt wird.

Zur Weinheimtagung lässt sich jeder was einfallen, das zeigt auch diese alte Illustration.

Zur Weinheimtagung lässt sich jeder was einfallen, das zeigt auch diese alte Illustration